Zur diesjährigen Generalversammlung des landwirtschaftlichen Ortsvereins Hiddingsel kamen die Mitglieder am 19. Januar um 14 Uhr in der Gaststätte Zum alten Sattler zusammen. Der Ortsverein ist im Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) organisiert und lädt traditionell einmal im Jahr alle Landwirtinnen und Landwirte aus Hiddingsel zum Austausch ein.

Der 1. Vorsitzende Norbert Eilers begrüßte die anwesenden Mitglieder und Gäste und wünschte allen ein erfolgreiches Jahr 2026. Zudem bedankte er sich bei seinem Vorstandsteam für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

In seinem anschließenden Jahresrückblick ging Eilers auf die vielfältigen Aktivitäten des Ortsvereins im vergangenen Jahr ein. Den Auftakt bildete eine Feldbegehung mit Bernd Wiesmann von der Landwirtschaftskammer mit aktuellen Informationen zur Bestandes- und Kulturführung. Es folgte eine Fahrradtour zum Logistikzentrum der Agravis in Nottuln sowie das Erntedankfest, das gemeinsam mit dem Schützenverein Daldrup in einem neuen Format als Frühschoppen durchgeführt wurde und auf gute Resonanz stieß. Der Vorsitzende dankte dem Schützenverein für die gute Zusammenarbeit. Abgerundet wurde das Jahresprogramm durch einen gut besuchten Filmabend mit historischen Filmaufnahmen aus Hiddingsel über Landtechnik und Landleben.

Besondere Erwähnung fand zudem die Sonnenblumenaktion des Ortsvereins zugunsten der Aktion Lichtblicke. Dank der Unterstützung der Familie Düpmann, die am Ortseingang von Hiddingsel ein gut gelegenes Feld zur Verfügung stellte und die Sonnenblumen eigens dafür anbaute, konnten im vergangenen Sommer rund 900 Euro an Spenden gesammelt werden. Bürgerinnen und Bürger hatten die Möglichkeit, Sonnenblumen selbst zu pflücken und vor Ort für den guten Zweck zu spenden.

Zu den Gästen der Versammlung zählte auch Dülmens Bürgermeister Carsten Hövekamp, der über die aktuelle Haushaltslage der Stadt sowie anstehende Infrastrukturprojekte berichtete. Auf Nachfrage aus der Landwirtschaft ging er zudem auf die Verzögerungen beim Bau der Brücke zwischen Hiddingsel und Senden ein. Ortslandwirt Klaus Große Wiesmann und der 1. Vorsitzende Norbert Eilers dankten dem Bürgermeister ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung, insbesondere bei der Unterhaltung der Wirtschaftswege. Aus der Mitgliedschaft wurden jedoch weiterhin bestehende Schlaglöcher an einzelnen Stellen angesprochen, die kurzfristig über den direkten Weg an die Verwaltung gemeldet werden sollen.

Der Ortsvorsteher von Hiddingsel, Hendrik Clodius, informierte über aktuelle Entwicklungen im Ort. Dabei ging er auf das neue Baugebiet, den Umbau der Hiddingseler Grundschule sowie weitere anstehende Maßnahmen in Hiddingsel ein.

Michael Uckelmann, Kreisverbandsvorsitzender des WLV, nahm Stellung zur aktuellen politischen Lage und erläuterte die Position des Verbandes zum Mercosur-Abkommen. Der WLV begrüßt dieses grundsätzlich als Chance für die deutsche Wirtschaft insgesamt, auch für die Landwirtschaft, da Milchpulverprodukte in Südamerika stark nachgefragt seien. Der Verband habe zudem geprüft, dass die im Rahmen des Abkommens vorgesehenen zollfreien Einfuhrmengen aus Südamerika bereits heute in ähnlicher Größenordnung nach Europa gelangen. Eine Marktverzerrung werde daher nicht erwartet.

Der Kreislandwirt Georg Silkenbömer wünschte den Landwirtinnen und Landwirten einen guten Start ins neue Jahr, verbunden mit dem Wunsch nach Zusammenhalt, Erfolg sowie Gesundheit für die Familien.

Für die Landwirtschaftskammer, Kreisstelle Coesfeld, sprach Katrin Segbert, Teamleiterin im Bereich Pflanze. Sie informierte über den Wegfall der Stoffstrombilanz sowie über das aktuelle Gerichtsurteil zu den roten Gebieten, die vorerst ausgesetzt sind. Darüber hinaus ging sie auf Fragen aus dem Pflanzenbau ein, lobte den integrierten Pflanzenschutz in den Betrieben und machte auf das zunehmende Problemungras Erdmandelgras aufmerksam.

Insgesamt zeigte sich der Ortsverein zufrieden mit dem Verlauf der Versammlung und dem regen Austausch zwischen Landwirtschaft, Politik und Verwaltung.